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Die Chronik der FF Dissau
Nachdem ein Großfeuer in Dissau am 10.Dezember.1886, bei dem das halbe Dorf Opfer der Flammen wurde, ausbrach, gründeten einige Männer des Dorfes im Jahre 1888 die
"Freiwillige Feuerwehr Dissau." Leider sind keine Unterlagen aus der Gründungszeit mehr vorhanden.
Da Krumbeck, Dissau, Curau und Malkendorf damals Enklave der Freien und Hansestadt Lübeck waren, wurden diese Dörfer von dem Lübecker Branddirektor befehligt.
Im Stadtarchiv der Hansestadt Lübeck tauchten aus dem Jahre 1896 die ersten schriftlichen Unterlagen über die Freiwillige Feuerwehr auf.
Schon zu dieser Zeit gab es Löschbezirke, die von einem Bezirkshauptmann geführt wurden
Auszug Protokolle vom 25ten März 1896
Auf die vom Gemeindevorstand zu Dissau unterm gestrigen Tage gemachte schriftliche Anzeige, das anstelle des abgetretenen August Wehde zu Dissau der Hauptmann der dortigen freiwilligen Feuerwehr Maurer Otto Hennings zu Dissau zum Bezirkshauptmann im zehnten Feuerlöschbezirk erwählt worden sei, hat das Polizeiamt solche Wahl hiermittels zu bestätigen beschlossen.
Der 1. Weltkrieg war auch nicht für die Dissauer Feuerwehr überwindbar, die Männer wurden in den Krieg gerufen und kamen dann verletzt oder überhaupt nicht mehr zurück. Die Führung sollte jetzt der Hufner Hans Fock übernehmen. 1926 wurde Hans Fock von dem Landmann Heinrich Rojahn abgelöst. Als dann bei einem Großbrand auf dem Hof des Landmannes August Ramm, am 8.Feb.1928, ein großer Teil des Rindviehbestandes mit verbrannte, kam es wieder zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen dem Lübecker Branddirektor und der Feuerwehr und man entschloss sich zu einer Neuwahl.
Die Entstehung der FF Dissau
Es fanden sich 11 Männer zusammen die am 16. März.1928 den Gemeindevorsteher Wilhelm Brand zu ihrem Hauptmann wählten. Julius Dose wurde zum 1. und Hans-Ludwig Schwartz zum 2. Zugführer gewählt. Spritzenmeister wurde Karl Kiencke. 1930 bekam die FF Dissau ihre erste Motorspritze, die leider nicht funktionierte und zurück geschickt wurde. So dauerte es wieder einige Monate bis dann endlich die neue Spritze ausprobiert werden konnte.
1936 hatte die Wehr schon eine Stärke von 26 Mann. Leider wurden auch diese Unterlagen wieder einmal Opfer des 2. Weltkrieges.
Aber während des 2. Weltkrieges sammelte sich eine kleine Schar junger Damen um Hauptmann Brandt, um den Brandschutz in Dissau zu gewährleisten.
Gleich nach Ende des Krieges, schon im Juni 1945, übernahmen wieder einige Männer (Heimkehrer) den Brandschutz, eben so gut wie es ging. Wilhelm Brand war jetzt schon 70 Jahre alt und man wählte den bisherigen Maschinisten Willi Möller zum Hauptmann, sein Stellvertreter wurde Claus Jäger. Im Mai 1955 wurde Claus Jäger zum Wehrführer( hieß es jetzt) gewählt, und Kurt Schwartz wurde Stellvertreter.
Das erste Fahrzeug und ein neues Gerätehaus
Am 30.Dez.1966 bekam die Dissauer Wehr ihr erstes Feuerwehrfahrzeug, es war ein TSF 8 (Ford Transit 6 Sitzplätze mit Metz Tragkraftspritze 800 L/m. bei 8 bar)
Im März 1967 stellte sich Claus Jäger nicht mehr zur Wahl, sein Nachfolger wurde Kurt Schwartz, Stellvertreter Wilhelm Kamerichs. Im Herbst 1968 errang der Kamerad Rudolf Piehl bei der 1. Sternfahrt des KFV Eutin in der Gesamtwertung den 1. Platz. Auch das Spritzenhaus war nicht jünger geworden, es war baufällig und wurde 1971 abgerissen. Den Schlauchturm mußte man bereits 1964 schon abreißen. An gleicher Stelle (welches, wie sich später heraus stellte, ein Fehler war) wurde ein neues Gerätehaus wieder aufgebaut. Der Bau wurde teilweise in Eigenleistung der Dissauer Kameraden erstellt. am 18.Jan.1972 wurde das Feuerwehrgerätehaus eingeweiht.
Zum ersten mal Kinderfest und Brandserie in Dissau
Im Mai 1975 legte die Dissauer Wehr die Prüfung zur Leistungsbewertung für die "bronzene Plakette" ab. Es folgte im November 1976 die "Leistungsbewertung in Silber". Am 16.Juli.1977 organisierte die Wehr zum 1. Mal, unter Leitung des Kameraden Wolfgang Kruse, mit ihren Damen das Dorf - u. Kinderfest. Vom Jahreswechsel 78 / 79 bis Mitte Feb.79 wird Dissau durch eine kleine Brandserie erschüttert. Vom 31.12 bis zum 15.Feb hat die Wehr 6 Brände zu verzeichnen alle vermutlich Brandstiftung, ein Brandstifter konnte aber nicht gefasst werden. Erschwert wurde die Brandbekämpfung durch teilweise katastrophale Schneeverwehungen während des Jahreswechsels und im Februar. Am 15.Feb.1979 landete in Dissau auch wegen der Schneeverwehungen zum ersten Mal überhaupt der Hubschrauber Christoph 12. Es sollte bei der Fam. Galle ein Kind geboren werden. Abends wieder ein Großbrand (Schadenfeuer). Auch unser Kameradschaftsabend mußte aus Schadensgründen zum 1. Mal in der Geschichte der Feuerwehr verlegt werden.
Das zweite Fahrzeug wird eingeweiht
Im März 1979 wurden Wehrführer und Stellvertreter für weitere 6 Jahre in ihren Ämtern gewählt. Kurt Schwartz wurde neben seinem Amt als Ortswehrführer am 16.06.1979 zum stellvertretenden Gemeindewehrführer der Gemeindewehren Stockelsdorf gewählt. Unser Fahrzeug war jetzt fast 18 Jahre alt, und der TÜV war auch nicht begeistert, die Folge,
die Gemeindeverwaltung mußte einneues Fahrzeug beschaffen. Das neue Fahrzeug wurde mit 4 Atemschutzgeräten ausgerüstet. Bei der Übergabe des neuen TSF 8 (auf Mercedes Benz 310 Fahrgestell) am 5.Juli.1983 stellten nicht nur die Männer der Freiwilligen Feuerwehr fest, dass das Gerätehaus nicht zu üppig gebaut worden war. denn das Fahrzeug passte so gerade noch durch die Tür. Von Sicherheitsabständen hatte wahrscheinlich noch keiner was gehört.
Der Leistungsbewertung "Bronzene Beil" stellte sich die Wehr am 13.Okt.1984. Auf der Jahreshauptversammlung am 10.Jan.1986 gingen Wehrführer Kurt Schwartz sowie Stellvertreter Wilhelm Kamerichs in die 4. Amtszeit. Die stille Alarmierung gewann auch im Kreis Ostholstein immer mehr an Bedeutung, und so wurde im März 1986 die Wehr mit den ersten 5 Funkmeldeempfängern sowie mit 3 Handfunksprechgeräten ausgerüstet. Bei der Leistungsbewertung, am 16.Mai.1987, der sich die Dissauer Wehr stellte war die Freiwillige Feuerwehr Dissau die erste Wehr in der Gemeinde Stockelsdorf, der das "Silberne Beil" durch Gemeindewehrführer Klaus Meyer aus Horsdorf überreicht wurde.
Die FF Dissau feiert 100 jähriges Jubiläum
Das Jahr 1988 stand ganz im Zeichen des 100 jährigen Jubiläums. Die Wehr hatte jetzt eine Stärke von 23 Kameraden. Am 10. Jan .88 veranstaltete die Wehr als erste in der ganzen Gegend ein so genanntes Tannenbaumbrennnen. Am 14.Mai.1988 feierte die Wehr ihr 100 jähriges Jubiläum in der Halle des Stellvertreters Wilhelm Kamerichs, mit einem Festkommers sowie einem großen Umzug durch das Dorf, Vorführungen auf dem Sportplatz des SV Dissau und einem Festball. Unter den Festrednern beim Kommers waren neben Bürgermeister, Gemeindewehrführer, Kreisbrandmeister auch der Vertreter des Kreispräsident sowie der Landesbrandmeister Stoltenberg-Frick.
Am 8.Sept.90 wurde unser Wehrführer (24 Jahre)Hauptbrandmeister Kurt Schwartz für seine Verdienste in der Ortswehr aber auch als stellvertr. Gemeindewehrführer (12 Jahre) mit der "Silbernen Ehrennadel der Gemeinde Stockelsdorf" ausgezeichnet. Am 31.12.1990 ging Wehrführer Kurt Schwartz in den wohlverdienten Ruhestand, zum neuen Wehrführer wählten die Kameraden Wilhelm Kamerichs, Stellvertreter wurde Udo Bohlmann.
Die Feuerwehr bekommt eine neue Tragkraftspritze und eine neue Führung
Die Tragkraftspritze (TS) war schon 22 Jahre alt und hatte schon ihre Macken, so mußte eine neue angeschafft werden. Am 14.Feb.1992 war dann feierliche Übergabe der neuen TS, eine Rosenbauer Fox m. E-Starter. Die "alte TS" wurde im Beisein von Gemeindewehrführer Hans Schäding im März an die Patenwehr der FF Eckhorst in Plüschow MVP übergeben. 13.Nov.1994 Volkstrauertag. Da durch die Wiedervereinigung immer mehr Bundeswehrkasernen geschlossen und die Soldaten aus Schleswig-Holstein abgezogen werden, beschließen die Wehren Curau und Dissau die Kranzniederlegung am Ehrenmal, für die gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege, in Curau zu übernehmen.
Im Dezember 1996 werden die Kameraden Wilhelm Kamerichs und Udo Bohlmann für eine weitere Amtsperiode (6 Jahre) wiedergewählt. Oktober 2001, auch bei der Feuerwehr Dissau wurde die elektronische Datenverarbeitung eingeführt, zunächst mit Fla SH 112 später dann Fire Fox 112. Ab Januar 2003 übernahm Udo Bohlmann dann das Amt des Wehrführers, zu seinem Stellvertreter wählten die Kameraden Hans-Werner Manske.
Gleich 7 neue Kameraden treten ein und ein neues Gerätehaus wird gebaut
Der 27. Feb.2003 ist für die Dissauer Wehr ein denkwürdiger Tag, denn an diesem Tag konnte die Wehr gleich 7 neue Kameraden begrüßen und die Einsatzstärke steig wieder auf 24 Kameraden. Am 24.Feb.2003 wird der Ehrenbrandmeister Wilhelm Kamerichs, auf der Jahreshauptversammlung der Gemeindewehren in Dissau, mit dem "Ehrenteller der Gemeinde Stockelsdorf" für 35 Jahre Ehrenbeamter ausgezeichnet.
Am 22.Mai.03 wurde endlich ein Grundstück vom Landwirt Hartmut Hamerich für das Feuerwehrgerätehaus von der Gemeindeverwaltung angekauft. Endlich war es soweit nach 13 jähriger Planung fand am 29.Juni.05 der erste Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus statt. An dem Neubau beteiligte sich die Wehr mit diversen Eigenleistungen, so dass schon am 07.Sept. 05 Richtfest gefeiert werden konnte und schließlich nach 1 Jahr Bauzeit wurde dann
am 23.Juni.2006 Einweihung gefeiert.
Neue Leistungsbewertungen standen an und das dritte Fahrzeug wurde gekauft
Jetzt wollten sich die Kameraden wieder mehr um ihre Weiterbildung in der Wehr kümmern und so stellte sich die Wehr am 20.Okt.07 der Leistungsbewertung "Roter Hahn Stufe I" und schon ein dreiviertel Jahr später (5.Juli.08) der Leistungsbewertung "Roter Hahn Stufe II", die beide mit gut bestanden wurden. Das TSF Fahrzeug war auch schon wieder 25 Jahre alt und man machte sich Gedanken um ein neues Fahrzeug. Nach mehreren Gesprächen zwischen Gemeindeverwaltung, Feuerwehr u. Fahrzeugherstellern entschied man sich für ein TSF-W, auf einem Mercedes Fahrgestell mit Ziegler Aufbau. Das ist ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit einem 800 Ltr. Wassertank und einer Einrichtung zum schnellen Angriff.
Im Dez.2008 wählten die Kameraden Wehrführer Udo Bohlmann für weitere 6 Jahre und im März 2009 löst Sven Bender den Kameraden Hans-Werner Manske als Stellv. Wehrführer ab.
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